Zum 24. Dezember 2021

24. Dezember 2021

Weihnachten – trotz allem

TuereWieder ist es Weihnachten geworden – mit all den Festtagen, die folgen werden. Doch nicht immer geht es dann an den Feiertagen ganz so zu, wie wir uns das ausgemalt haben. Vielleicht erwarten wir zu viel. Wir möchten ja alle eine mehr oder weniger heile Welt, nicht nur zur Weihnachtszeit, aber wenigstens doch dann. Vielleicht wird es Meinungsverschiedenheiten geben, weil wir uns auseinandergelebt haben oder weil unsere Art des Feierns in dieser seltsamen Zeit so verschieden und auch schwierig geworden ist. Weil wir im Alltag so viel verdrängen und dann plötzlich erschrecken, enttäuscht sind, dass wir unseren Traum nicht (mehr) finden können.

newsOder vielleicht werden uns all die Nachrichten aus der Welt herausreissen, heraus aus der Fest und Besinnlichkeit. Und wir können uns dann in unserm trauten Glück nicht verstecken und sind angegriffen davon, in wie viel Not und Unglück andere Menschen leben, wie wenig Liebe und Recht und Frieden es doch auf der Welt gibt.

Das können wir auch an Weihnachten nicht verdrängen.

Doch Weihnachten ist trotzdem !

BaumDiese Aussage ist kein Zynismus angesichts der Lage der Welt und unseres Lebens. Das ist die Zusage in der Weihnachtsgeschichte, die als Kind in der Krippe liegt: Sie gibt Stärke in aller Schutzlosigkeit, sie gibt Hoffnung in aller Ohnmacht, Liebe in aller Verzweiflung. Sie gibt die Möglichkeit, an Wunder zu glauben und daran, dass Vertrauen Berge versetzen kann.

Freude ist nicht verboten und Freude nicht über das, was am Leben trotz allem schön und liebenswert, gelungen und richtig ist. Wenn wir also gewissermassen unter der harten Schale den weichen Kern entdecken und wahrhaben können. Gerade an Weihnachten dürfen und sollen wir diese Freude in der Welt mit anderen teilen.

In der Mitte der Nacht liegt der Anfang eines neuen Tags !

SternDas ist die adventliche Hoffnung, die an Weihnachten erfüllt wird: Gerade in der dunkelsten Zeit des Jahres feiern wir diese Hoffnung, dass das Dunkel vergehen wird. Dass wir hellsichtig werden, hellhörig, dünnhäutig auf das grosse Versprechen des Lebens hin. Dass wir die Schneckenhäuser des Misstrauens, des Pessimismus nicht mehr brauchen. Und wir brauchen dann auch keine Luftschlösser mehr, von Erfolg und Reichtum und Macht. Träume sollen wir aus den Nächten mit in unsere Tage nehmen.

An Weihnachten beginnt etwas, das keiner mehr aufhalten kann !

Und so besingen wir und so feiern wir trotz alledem im Namen der Menschlichkeit und der ganzen Schöpfung den »Klimawandel« Weihnachten.

So wünsche ich euch allen ein lichter- und hoffnungsvolles Weihnachtsfest – und einmal mehr, trotz allem.

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